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Zentralanatolien

Zentralanatolien ist reich an den unterschiedlichsten natürlichen Schönheiten und geschichtlichen Werten. Viele Kulturen haben in dieser Region, in der heute das politische Zentrum der modernen Türkei liegt, ihre Spuren hinterlassen.
Zentralanatolien gliedert sich in die Provinzen Ankara, Çankiri, Eskiþehir, Kayseri, Kirþehir, Konya, Nevþehir, Niðde, Yozgat, Aksaray, Karaman und Kırıkkale.

Die Landeshauptstadt Ankara liegt in der gleichnamigen Provinz. Das prächtigste Bauwerk der Stadt ist "Anýtkabir", das Mausoleum für den Führer des türkischen Unabhängigkeitskrieges und Gründer der türkischen Republik, der auch Ankara im Herzen der Türkei zur Hauptstadt bestimmte. Die zum größten Teil welteinmaligen Exponate im Ankaraner Museum für anatolische Zivilisationen, dem reichsten des Landes, dokumentieren über einen Zeitraum von etwa 50.000 Jahren hinweg die bewegte Geschichte des Landes.

In der Provinz Ankara stößt auf bedeutende Siedlungen anatolischer Kulturen. Um 2000 v.d.Zw. zogen die über den Kaukasus gekommenen Hethiter auf die anatolische Hochebene und gründeten von hier aus ihr Großreich, das praktisch ganz Anatolien umfaßte. Die Hauptstadt des Hethiterreiches war Hattuscha, das heutige Boðazkale, die zweitgrößte hethitische Stadt hieß Þapinuva in der heutigen, an die Provinz Ankara anschließende Provinz Çorum. Hattuscha war von riesigen Stadtmauern umgeben und die "Stadt der Tempel". In der Nähe der Stadt befindet sich unter offenem Himmel das bedeutende Heiligtum "Yazýlýkaya" in einer Gruppe von Felsen, die mit den Reliefs sämtlicher hethitischen Götter, Göttinnen und Gottkönige geschmückt sind. Ebenfalls in der Nähe von Hattuscha findet man Alacahöyük, die älteste Hethiterstadt, deren Stadttor von zwei riesigen Sphingen flankiert wird.

Um 1200 v.d.Zw. kamen die Phryger von Thrakien aus nach Inneranatolien, die westlich von Ankara in der Nähe von Polatlý ihre Hauptstadt Gordion gründeten. Alexander der Große soll hier den Gordischen Knoten zerschlagen haben, was ihm, wie das Orakel prophezeit hatte, die Herrschaft über Vorderasien eingebracht hat. Der Grabtumulus von Phrygerkönig Midas, bei dem sich alles, was er berührte, in Gold verwandelte, erhebt sich in Gordion. In der Nähe von Eskiþehir und Afyon sind noch Siedlungen und Kultstätten der Phryger zu besichtigen.

Nun kommt die an den Nordhängen des Taurusgebirges beginnende, breite und fruchtbare Konya-Ebene, in der sich südlich der Provinzhauptstadt Konya eine der ältesten Städte der Welt, das neolithische Çatalhöyük, befindet. Çatalhöyük war ein bedeutendes kulturelles Zentrum, wie die freskenverzierten Wände seiner Kultzentren und Häuser belegen. Der neolithischen Periode folgte die chalkolithische und die bronzezeitliche, danach kamen die Hethiter, Phryger, Perser, Hellenen, Römer und Seldschuken. Letztere erklärten Konya zur Hauptstadt ihres Großreiches. Unter den Seldschuken erlebte das Gebiet die bedeutendste kulturelle Renaissance seiner Geschichte und die Stadt Konya stand kulturell, wissenschaftlich, künstlerisch und politisch im Zenit.

Im XIII. Und XIV. Jahrhundert war Konya eine einzige Ansammlung prachtvollster seldschukischer Bauwerke. Der große islamische Mystiker und Philosoph Mevlana lehrte hier seine Philosophie der Liebe zu Gott und den Menschen. Um dieses Gedankengut völlig aufnehmen zu können, gab man sich zu den Klängen mystischer Musik dem Zeremoniell stundenlanger Drehungen hin, der "Sema" des Ordens der "Tanzenden Derwische"

Alljährlich im Dezember wird in Konya eine Mevlana-Gedenkwoche veranstaltet, anläßlich der die Sema getanzt wird, die anders als zu Zeiten Mevlanas heute auch der Öffentlichkeit zugänglich ist. Die Sarkophage, in denen Mevlana Dscheladdin Rumi und sein Vater Bahaeddin Veled zur letzten Ruhe gebettet wurden, stehen in der "Yeþil Türbe", einem mit türkisfarbenenen Fayencen verkleideten Spitzkuppelbau, der zugleich zum Wahrzeichen Konyas wurde. Das Kloster in der Nähe der Türbe ist heute das Mevlana-Museum.

Im Süden Konyas erstreckt sich der Beyþehir-See, ein teilweise immer noch unberührtes kleines Paradies. An der Süwestküste des Sees steht der seldschukische Sommerpalast Kubad Abad, ein weiterer seldschukischer Sommerschlößchen findet sich auf der Kýzkalesi-Insel im See. Die Eþrefoðlu-Moschee und -Türbe im Kreis Beyþehir stehen ganz oben auf der Liste bedeutender seldschukischer Holzbauten.

Weiter geht es nach Akþehir und damit zu dem Wirkungsbereich des weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten Nasreddin Hodscha (XIII. Jahrhundert), der dem Volk und den Herrschenden furchtlos aufs Maul schaute und sie mit Spitzfindigkeiten und hintersinnigen Geschichten Moral und Nächstenliebe lehrte. Das Grabmal des 1284 verstorbenen Hodschas, ein Bauwerk voller Symbolik, steht in Akþehir.

Im Gebiet bei Eskiþehir kommen einem unwillkürlich einige Zeilen aus Gedichten von Yunus Emre, einem der größten Poeten seiner Zeit, in den Sinn. Yunus Emre beherrschte die große Kunst, mit einfachsten Worten universelle Wahrheiten in bezug auf Nächstenliebe, göttliche Gerechtigkeit, Liebe und Freundschaft ausdrücken zu können. Seine Grabstätte in dem nach ihm benannten Dorf sollte man besucht haben.

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